10.12.2005: Daniel Benjamin, Björn Kleinhenz und Tiger Lou in Magdeburg
Verfasst von hamckr am 29 März 2009 - 2:54vormittags
Hach, war das ein schöner Abend des 10.12.2005. Beim Konzi gewesen: gleich 3 talentierte Combos gehört und gesehen und Bekannte und Freunde getroffen; was kann's Schöneres auf einen Samstag Abend geben?
Ach ja: einen ausgesperrten Musiker ins Warme retten. Ich stand vor der Garderobe, um meine Jacke abzugeben, als ich jemanden ans Glasfenster der Seitentür klopfen sah; einen jungen Mann, der auf die Türklinke zeigte. Unmißverständlich griff ich zur Klinke und liess ihn rein. Er bedankte sich höflich auf Englisch und mir schwahnte, dass ich ihn sicher auf der Bühne wiedersehen werde. Es war der Drummer vom Headliner "Tiger Lou", der Band aus Stockholm, die der Rodeoclub (www.rodeoclub.de) in Magdeburg in die Stadt geholt hat. Deren Booking Agentur lotste Daniel Benjamin aus Stuttgart und den schwedischen Singer/Songwriter Björn Kleinhenz als Vorbands ins Campustheater (www.projekt7.org).
Den Abend eröffnete Daniel Benjamin. Die Band macht auf der Bühne eine ansehnliche Figur: sie scheinen einem Werbeklipp für ein großes schwedisches Modehaus entsprungen zu sein. Adrett, adrett! Frontmann und Namensgeber der Combo stand mit Akkustikgitarre neben seiner bezaubernden Frau Eleni auf der Bühne, die ihn (sitzend) ebenfalls an der Gitarre, am Keyboard und mit ihrem Gesang begleitete. Zur Band gehören ferner Bassist Rafael, sowie Marco, der in der Band Akkordeon, E-Guitarre und eine Art stählernes Xylophon (lap steel?) spielte, und Schlagzeuger Sven, der die Becken mit Sticks, Paukenstöcken und diesen ulkigen "Pinseln" bespielte.
Mit den wechselnden Instrumenten innerhalb eines Liedes wuchs in mir der Gedanke, dass sich hier wohl Musiktherapeuten getroffen haben. Und selbst wenn, ihre Musik hat durchaus etwas Betörendes an sich. Wer den Hype um die Musiker des Labels "Saddle Creek" aus Omaha, Nebraska mitbekommen hat, kommt um einen Vergleich der Musik von Daniel Benjamin mit den Barden um Bright Eyes nicht herum. Später auf diesen Vergleich angesprochen widerspricht er nicht. Nun möcht ich mich nicht anmaßen zu behaupten, dass er auf den gleich Zug aufspringen wollte. Ihre Musik klingt dafür eigen, und endet sogar ins Psychedelische, in dem sie die E-Gitarren am Ende eines Liedes singen lassen.
Mit "Daniel Benjamin" haben sie ihre erste Scheibe draussen, der die EPs "Lighning Strike Me" und die "Ocean" vorangingen. Ich würde ihre Musik als Wohlfühlmusik beschreiben, wenn's diese Sparte gäbe. Und man/frau möchte sich an keinen anderen Ort wünschen, als dorthin, wo Daniel Benjamin Lieder singt, in denen er Beschaulichkeiten zum Besten gibt wie "you are brighter than the sun.." ? Das Publikum haben sie mit ihrer Musik gefesselt, und sie genossen es, in ausverkauftem Haus zu spielen. Ferner lobten sie "den besten Monitorsound" im Campustheater! (Damit sind sie nicht die Einzigen; der Sound ist wirklich super!) Schließlich bedankten sie sich bei Tiger Lou, weil sie mit ihnen touren konnten. Es muss am Zeitplan gelegen haben, denn nach dem letzten Lied schraubte der Drummer schon die Becken ab.
Als ich mich mit ihm nach seinem Auftritt am Merchandising-Stand unterhielt, erfüllte er mir sehr bereitwillig den Wunsch, einen Gruß an euch (auf eine Gratispostkarte) zu schreiben. Ich bin auf eine weitere Meinung von (mindestens) von einer/m von euch gespannt!
Er machte mich auf auf die Compilation "Blood Culture" aufmerksam: ein Zusammenschluss von nationalen und internationalen Musikern. (www.thebloodculture.com: "Blood Culture is a creative community which wants to give artists, bands, writers etc. who still believe in life and blood in music & art, a forum to share their output with a bigger amount of interested people.") Sein Nebenprojekt Jumbo Jet ist dagegen Rock der härteren Gangart beheimatet. Also, für euch, die es nicht ganz so smooth brauchen: einfach mal versuchen! =)
Es folgte der Barde Benjamin Kleinhenz. (www.kleinhenz.se) Seine CD wurde im Stadtmagazin (12'2005) bereits wärmstens empfohlen, daher war ich gespannt, was sich hinter den beschwörenden Worten verbarg. Well, beim Lauschen seiner noch ruhigeren Lieder, als sie schon Daniel Benjamin vortrug, erinnerte ich mich an Bands wie Lambshop oder Spokane. Also seeeehr ruhig; als Vorband einer Rockband (leider) schon fast einschläfernd. Zum meiner Verteidigung muss ich jedoch anfügen, dass ich seinen Auftritt nicht bis zum Ende gelauscht habe. Gern wäre ich ihm an seinen Lippen Wort für Wort gefolgt, hatte aber Schwierigkeiten, ihn zu verstehen. Ich blieb also nicht im Raum, sondern unterhielt mich mit Daniel Benjamin, der dann auch den Gruss auf die Karte setzte.
Die Leute von Tiger Lou hab ich mit nicht getraut zu fragen. ;) besides that, ich fragte daniel benjamin, ob ihm Rockpalast etwas sagt; natürlich konnte er es bejahen! Ich erzählte ihm dann von der rockpalast-fans seite, weil er fragte, weshalb ich das alles wissen wollte: "weil ich ein rockpalast-fan bin." War meine antwort.
Leider bleibt meine Beschreibung von Björn sehr ungenau und unvollständig. Aber ein Freund meinte: "die letzten Lieder fand ich toll."
Schließlich kam dann jene Band auf die Bühne, auf die der Großteil des Publikums schon wartete und den Rest des Publikums vor die Bühne anzog, die im Vorraum am Merch-Stand standen, oder sich an der Theke ein Erfrischungsgetränk holten oder sich in geselliger Runde an einem der Bartische unterhielten: Tiger Lou aus Sweden. (www.tigerlou.com) Kaum aus der Hintertür auf die Bühne gesprungen, rockten sie mit ihrem Opener los, als gäb's kein Halten mehr. Da ich mich Songtitel-gemäß nicht so auskenne, kann ich euch leider den Eröffnungssong gar nicht verraten. Aber er gab die Marschrichtung für den Rest des Abends vor.
Der 2.Song ("Functions") wurde vom "new album" angekündigt und ließ die Menge auch nicht verschnaufen. Später Die Stimme von Sänger/Gitarrist Rasmus Kellerman ist markant und die Musik klingt in dem Zusammenspiel einfach überzeugend. Als ich dann "Sell Out" vom Vorgängeralbum hörte, erinnerte ich mich, dass Tiger Lou wohl doch schon mal im Radio liefen. =)
Im Großen und Ganzen ist mir aufgefallen, dass ihr erstes Album radiotaugliche und eher poppige Songs aufweist, die neuen Stücke aber auf brachiale Weise losrocken, dass einem die Beine nicht mehr gehorchen. Nach ihrem "letzten Song" verabschiedeten sie sich, kamen aber aufgrund des anhaltenden Beifalls wieder auf die Bühne und fragten nach Musikwünschen. Eine kleine junge Frau (höchstens 1,5m) schrie "Samaaanthaaa!" und es gehörte zu den Liedern, die sie noch spielen werden. Kaum verschwanden sie wieder in der Hintertür, lockte das Publikum mit anhaltenden Applaus die Band wieder auf die Bühne. Am Ende meinte Sänger "See you next year", was im Publikum einen Extra-Jauchzer verursachte.
Ich würde mich freuen, wenn der Rodeoclub diese Band noch mal in nach MD holen könnte. Es kann jedoch auch sein, dass wir sie erst wieder in einen der Stadien der Republik wiedersehen werden. (Ähnliches Schicksal "erleideten" bereits die Sportfreunde Stiller und Slut. Der Rest ist Rockgeschichte.)
Schließlich möchte ich euch Tiger Lou ans Herz legen, denn keine andere Band hat dem Campustheater in der jüngsten Zeit eine ausverkaufte Halle beschert. Das Magdeburger Publikum kann man kritisch nennen, zumindest gibt es Bands, die schon vor 10 Hanseln spielten!
Ich fühlte mich sauwohl an dem Abend, und war froh, dass der Abend so toll verlief: tolle musik, redselige musiker (hab auch daniels frau, die ihn an der klampfe begleitete gefragt..) .. was kanns tolleres geben? würd sowas gern öfter machen!
Ich wünsch euch viel Spaß mit Musik!!!
Empfehlung zum Weiterlesen (denn MTV.de und laut.de haben sie noch nicht im Artists A-Z Programm.): http://www.cineastentreff.de/forum/kino-news-1242.html
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