Metallica, Slipknot, Lostprophets 10.06.04 in Gelsenkirchen! -by Chainz-

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen schon recht früh zur Arena zu fahren, da Einlass bereits um 15 Uhr war und ich nicht unbedingt hinten stehen wollte. Trotz meinem Vornehmen fuhr ich erst gegen 15:30 Uhr los, was sich letztlich nicht unbedingt als Fehler herausstellte. Nach einer kleinen Ehrenrunde rund um die Arena Auf Schalke, da ich nicht bereit war 10€ fürs Parken zu bezahlen, fand ich letztlich doch noch einen anderen, auf dem es nur 4€ kostete. War also gegen 16:30 Uhr da und folgte dem Strom, bestehend sowohl aus Slipknot- als auch aus Metallica-Fans, zur Arena. Nach kurzer Orientierungsphase fand ich dann auch endlich den Eingang zum Innenraum, in dem ich mich gegen 16:50 Uhr wiederfand.

Mein erster Eindruck: WOW! Kannte die Arena zwar schon durch einen einmaligen Besuch beim Fußball, aber wenn man da unten drin steht, sieht die Arena gleich viel bombastischer aus. Der Blick auf die Bühne versetzte mich erneut ins Staunen, obwohl ich schon Bilder von dieser vorab gesehen hatte, da es sich um die gleiche handelte, die auch auf der Summer Sanitarium-Tour verwendet wurde. 4 Leinwände waren zu erkennen auf der Bühne: für jedes Mitglied von Metallica eine.

Die Arena war noch überraschend leer zu dem Zeitpunkt. Zwar reichte es nicht mehr, um vor den Wellenbrecher zu kommen, aber ich platzierte mich zunächst ca. 7 Reihen hinter jenem ziemlich mittig.

Nach 30 Minuten Wartezeit konnte es dann endlich losgehen. Die Lostprophets betraten die Bühne, ernteten aber anfangs eher Missachtung. Ich hatte mich zwar eigentlich auf die Band gefreut, aber der Auftritt riss mich nicht vom Hocker. Die Lostprophets sind für mich eher eine Band für nen kleineren Club als für so ne riesige Arena. Dazu kam noch das Problem mit dem Sound, der zum einen sehr leise war und zum anderen sehr matschig wirkte. So kam es dann, dass sie mehr Mittelfinger zu sehen bekamen als klatschende Menschen. Es bildete sich zwar noch ein Moshpit recht nah hinter mir für die letzten beiden Lieder "Shinobi vs. Dragon Ninja" und "Burn Burn", aber auch dieser konnte die allgemeine Meinung der Anwesenden nicht ändern: Das war nix leider. :-(

So, dann hieß es wieder Umbauphase abwarten, um danach Slipknot zu sehen. Die Maggots bzw. Maden (so werden die Fans von Slipknot genannt) drängten sich dann auch nach vorne, um ihre Helden aus der Nähe zu bewundern. Die Aufbauphase dauerte recht lange. Zwischendurch wurde schon gewitzelt von Metallica-Fans, dass sie wohl Probleme haben ihre Masken aufzubekommen und sich deswegen alles verzögere. Dann startete das Intro aber schließlich doch und die Menge rastete förmlich bei den ersten Klängen aus. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt meinen Platz gut verteidigt, aber ab diesem Punkt war ich machtlos. Es bildete sich sowohl auf der linken wie auch auf der rechten Seite ein heftiger Pit und die Leute in der Mitte (mich eingeschlossen) hatten darunter zu leiden. Ich wusste zwar, dass ein Slipknot-Konzert recht heftig verlaufen würde, aber das es so würde, hätte ich nicht erwartet, denn im Pit ging es zunächst so zu wie bei einem Hatebreed-Konzert. Wilde Schläge, keine Rücksicht auf Verluste. Naja, konnte mich dann letztlich etwas nach hinten verziehen, wo ich dann auch den Rest des Konzertes verbrachte. Das Konzert an sich hat mir nicht so gut gefallen, allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich nie der größte Slipknot-Fan war. Der Sound war wieder viel zu leise und klang erneut matschig. Ich erwartete mir schon schlimmes für das darauffolgende Metallica-Konzert.

Zum Slipknot-Konzert an sich kann ich nicht mehr viel sagen. Das Highlight gab es in meinen Augen, wie inzwischen üblich auf Live-Shows, während des Songs "Spit It Out", bei welchem sich alle Leute hinknien sollten und dann auf sein Zeichen aufspringen mussten. Kam auf jeden Fall gut. Die anderen bekannten Lieder gingen aber in meinen Augen etwas unter, egal ob es sich um "Wait & Bleed", "The Heretic Anthem" oder "Surfacing" handelte. Nach gut einer Stunde verließen die lustigen Masken die Bühne.

Ich schloss mich einer Gruppe an, um wieder weiter nach vorne zu kommen und konnte beinahe meinen alten Platz zurückergattern, den ich bei Slipknot aufgab. Nun kam die Zeit des Wartens. Ich hatte die Hoffnung auf einen schnellen Umbau, da ich vom Ludwigshafen-Konzert gehört hatte, dass es nur 15-20 Minuten gedauert habe, aber leider hat das nicht so geklappt und die Zeit, die verging, kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Auch die Laola-Wellen und das ständige Klatschen änderten nix daran, dass uns die Band zappeln ließ.

Aber dann endlich: Die ersten Klänge von "Ecstasy Of Gold" ertönten und Tausende von Pommesgabeln streckten sich in die Höhe. Auf der Leinwand lief ein kleiner Film dazu, den ich aber nicht wirklich beachtete. Nach dem Intro ging es dann richtig rund. "Blackened"! Und wieder war es an der Zeit, sich an jeder Person festzukrallen, die man in die Hände bekam, um nicht zu stürzen, da Tausende von Menschen von hinten zu drücken schienen. So schlimm hatte ich dies bis jetzt noch nie auf einem Metallica-Konzert erlebt. Auch bei "Fuel" musste man noch auf das leibliche Wohl aufpassen, bevor zum Ende des Liedes zumindest in meinem Bereich (wurde wieder etwas nach hinten durchgereicht) langsam Ruhe einkehrte. Als nächstes wurde "The Four Horseman" gespielt. Zeit endlich mal für mich mit dem bangen anzufangen. ;-) Dann endlich der erste ruhige Moment des Konzertes. Der Auftakt von "Fade To Black". Wunderbarer Song, auch wenn ich "(Welcome Home) Sanitarium" noch etwas bevorzuge, die auf Tour zumeist abwechselnd gespielt werden, wie auch heute leider der Fall.

Danach gab es dann den ersten Song vom umstrittenen "St.Anger"-Album. Egal wie man zu dem Album steht: Live ziehen jene Songs auf jeden Fall. Als erstes wurde Frantic performt und auch aus vielen Kehlen mitgegröhlt. Nach Frantic gab es dann die Ansage von James Hetfield, der gut drauf war und sich seine Späße auf der Bühne gegönnt hat, die Ankündigung, dass sie ständig ihre Setliste ändern würden. Und in der Tat folgten einige Überraschungen. Den Anfang machte der eher selten live gespielte Song "Holier Than Thou", der aber meiner Ansicht nach auch etwas unterging. Daraufhin folgte schon die nächste Überraschung: Ein Song, von dem ich nicht mehr erwartet hätte, ihn live zu hören. "I Disappear". Aber trotz der großen Kritik an dem Lied früher gab es sehr viel positive Resonanz auf jenen in der Arena. Als nächstes folgte "St.Anger" vom gleichnamigen Album und hatte mit die beste Stimmung am ganzen Abend. Das war es dann aber auch mit Songs von "St.Anger".

Jetzt folgten die ganzen Klassiker der Band. Den Anfang machte "Sad But True", welcher neben "One" mein Lieblingssong von Metallica ist. Auch heute zähle ich ihn zu einem meiner Highlights. Es sollte danach wieder härter werden. Ein Chor von mehreren tausend Menschen, die das Wort "Die" an die 50x brüllten...klar, es handelte sich um "Creeping Death". Den Abschluß bildete dann "Battery", der die Headbanger wieder ins Rampenlicht brachte.

Danach gab es erst mal eine Pause, bevor Metallica mit dem Song "Wherever I May Roam" zurückkehrten, der allerdings nicht so gut abgefeiert wurde wie die Songs zuvor. ABER DANN: Zeit für die Feuerzeuge. Überall gingen sie an. Im Innenraum, wie auch auf den obersten Plätzen der Tribüne. "Nothing Else Matters" stand auf dem Plan. Wie immer eine beeindruckende Stimmung. Nach "Nothing Else Matters" dann auch ein Song, der auf keinen Fall auf einem Metallica-Konzert fehlen darf: "Master Of Puppets"! Für mich natürlich auch ein Highlight dieses Konzertabends.

Es folgte, während die Bühne abgedunkelt war, ein Audio-Ausschnitt aus dem Film "Full Metal Jacket". Natürlich wussten viele, was nun kommen würde. Mit lautem Knallen und zahlreichen Pyro-Effekten startete der Song "One", den ich dieses Mal aber nicht so überzeugend fand wie die beiden Male davor. Lag aber wohl auch daran, dass nicht alle Menschen mitgingen. Beendet wurde das eigentliche Set wie immer mit "Enter Sandman", der in vielen Konzertbesuchern die letzten Kräfte freisetzte und sie sogar noch zum Hüpfen animierte.

Aber so leicht konnten es sich Metallica nicht machen. Natürlich forderten alle nach Zugaben...und diese bekamen sie natürlich noch. Der erste Song stammte vom "Kill Em All"-Album und wurde lt. James noch nie in Deutschland performt. Es handelt sich um "Metal Militia". Das allerletzte Lied war dann "Seek & Destroy", indem wirklich jeder noch mal seine letzten stimmlichen Überreste verbrauchte, um eben jenes Seek & Destroy mitzuschreien.

Danach folgte die übliche Verabschiedung vom Publikum, bevor dann leider nach knapp 2 1/2 Stunden Spielzeit das Licht in der Arena wieder anging. Am Ausgang gab es dann noch ziemlichen Stau, was die Sanitäter auf der Tribüne dazu veranlasste, Entertainer zu spielen, indem sie ihre Gummihandschuhe nahmen, sie über den Kopf stülpten und probierten sie dabei zum platzen zu bekommen. Bei einem hat es geklappt, während der andere kläglich versagte und dann auch alle Häme abbekam von den Betrachtern dieses Spektakels. ;-)

Die Rückfahrt an sich lief dann weniger ereignisreich und ich war gegen 0:45 Uhr wieder zu Hause. Zwar tot und mit reichlich Kopfschmerzen, aber anders ging es mir nach einem Metallica-Konzert ja eh noch nie.

Fazit: Ein wirklich gelungener Abend mit einem klasse Metallica-Auftritt. Einziges Manko waren für mich die Vorbands, die meiner Meinung nach nicht zu Metallica passten. Aber das ist natürlich Ansichtssache...

hinzugefügt: June 11th 2004
Tester: Chainz